Studio-Hotline 0261 98 8 20 99

Tanken im Oktober: Warum der Rabatt vor allem Benzin günstiger machte

Tankrabatt sorgt im Oktober für sinkende Spritpreise an Rhein und Mosel: Benzin profitiert stärker als Diesel. Alle Zahlen und Hintergründe im Überblick.

Redaktion
·
2. November 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Stunde

Endlich mal wieder aufatmen an der Zapfsäule

Wer im Oktober getankt hat, hat es vermutlich gemerkt: Es wurde spürbar günstiger. Nach dem Rekordhoch im September sind die Preise für Benzin und Diesel im Oktober wieder gefallen. Ein Liter Super E10 kostete im Monatsschnitt 2,114 Euro — rund 15,2 Cent weniger als im Vormonat. Diesel verbilligte sich um 12,5 Cent und lag bei durchschnittlich 2,261 Euro, wie der ADAC in seinem Monatsrückblick mitteilt. Grund für die Entspannung ist der zum 1. Oktober eingeführte Tankrabatt, der bis Jahresende gilt.

Am teuersten war Super E10 im Oktober am 13. mit 2,151 Euro, am günstigsten am 30. mit 2,068 Euro je Liter. Bei Diesel lag der Höchstwert am 27. bei 2,289 Euro, der niedrigste Preis wurde am 7. mit 2,226 Euro gemessen. Zahlen, die zeigen: Auch innerhalb eines Monats kann sich einiges bewegen. Wer durch Koblenz oder entlang der Mosel fährt und bewusst vergleicht, konnte da einiges sparen.

Diesel profitiert weniger vom Rabatt

Der Tankrabatt bedeutet eine Senkung der Energiesteuer um 14 Cent je Liter, inklusive Mehrwertsteuer ergibt das eine Entlastung von knapp 17 Cent. Laut ADAC ist dieser Nachlass bei Benzin zum Großteil bei Autofahrerinnen und Autofahrern angekommen. Bei Diesel sieht die Bilanz schlechter aus: Hier wurde die steuerliche Entlastung nur teilweise weitergegeben. Der ADAC fordert deshalb, dass der Rabatt konsequent an der Zapfsäule ankommt — und nicht in der Kalkulation der Mineralölkonzerne versickert.

Auch aktuelle Wochenzahlen des ADAC bestätigen das gegenläufige Bild: Super E10 ist zuletzt um 2,6 Cent günstiger geworden und lag bei 2,084 Euro je Liter, während Diesel um 3,4 Cent auf 2,289 Euro gestiegen ist. Diesel ist damit aktuell mehr als 20 Cent teurer als Benzin. Als Gründe nennt der ADAC den leicht gestiegenen Ölpreis, die angespannte Lage auf den internationalen Dieselmärkten und die mit dem Herbst steigende Nachfrage nach Heizöl. Dass Benzin trotz eines gestiegenen Ölpreises günstiger wurde, deutet laut ADAC darauf hin, dass bei Super E10 schlicht noch Spielraum für Preisnachlässe bestand.

Trotz Entlastung bleibt das Niveau hoch

So erfreulich der Rückgang ist — der ADAC macht klar: Das grundsätzliche Preisniveau bleibt zu hoch und ist aus Verbrauchersicht nicht vollständig nachvollziehbar. Der Club hatte deshalb die Studie „Regulierung im Kraftstoffmarkt – Auswirkungen und Alternativen“ in Auftrag gegeben, die verschiedene Regulierungsansätze und ihre Wirkung auf Preise und Wettbewerb untersucht. Die Bundesregierung hat zudem angekündigt, mit der Mineralölwirtschaft über einen Spritpreisdeckel nach dem Vorbild Luxemburgs oder Belgiens zu sprechen, der spätestens zum 1. Januar 2027 kommen soll.

Diskutiert wird außerdem die sogenannte 12-Uhr-Regel, nach der Tankstellen ihre Preise nur einmal täglich erhöhen dürfen. Der ADAC spricht sich für deren Abschaffung aus: Die Preisänderungen seien zwar vorhersehbarer geworden, die Preisdifferenz innerhalb eines Tages habe sich dadurch aber deutlich ausgeweitet. Wer mittags nach 12 Uhr tanken muss, zahlt spürbar drauf — Kosten, die sich aus Sicht des Clubs nicht rechtfertigen lassen.

Ein Blick über die Grenze: Auch die Schweiz spürt den Mangel

Dass die Lage an den europäischen Zapfsäulen angespannt ist, zeigt auch ein Blick in die Schweiz. Dort prüft das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung laut SWR3 eine mögliche Einführung von Tempo 80 auf Autobahnen, um im Ernstfall Sprit zu sparen. Beschlossen ist davon bislang nichts, aber die Versorgungslage bei Diesel gilt dort laut Lagebericht als „sehr angespannt“, bei Kerosin sogar als „gefährdet“. Als Gründe werden der Konflikt zwischen den USA und dem Iran, Lieferprobleme nach Unwettern in Frankreich sowie Niedrigwasser auf dem Rhein genannt — Probleme, die uns hierzulande nicht fremd vorkommen. In der Schweiz kostet Diesel aktuell rund 2,66 Euro je Liter, der höchste Preis im europäischen Vergleich.

Was bedeutet das für uns hier an Rhein und Mosel?

Der Tankrabatt läuft noch bis Ende Dezember. Wer in der Region unterwegs ist, kann die Zeit nutzen und beim Tanken genauer hinschauen. Der ADAC empfiehlt dafür unter anderem die App „ADAC Drive“, mit der sich die Preise an mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland rund um die Uhr vergleichen lassen. Ein Preisvergleich lohnt sich ohnehin: Zwischen Tankstellen können schon im Normalfall bis zu 7 Cent je Liter liegen, an Autobahntankstellen oft noch deutlich mehr. Und wer sein Auto ab Baujahr November 2010 mit Super E10 statt E5 betankt, spart im Schnitt weitere 5 bis 6 Cent je Liter.

Ob an der Mosel entlangfahren oder auf dem Weg zum Deutschen Eck — die paar Cent Unterschied an der Zapfsäule machen am Monatsende durchaus etwas aus. Vielleicht lohnt sich beim nächsten Volltanken ja einfach mal der Blick auf die App, bevor man an der nächstbesten Tankstelle hält.

Quellen


Artikel teilen
Hilf uns, lokale Nachrichten zu verbreiten.

Dein Beitrag für Antenne Koblenz

Ob Meinung, Hinweis oder persönliche Geschichte: Reiche deinen Kommentar ein. Unsere Redaktion prüft deinen Beitrag vor der Veröffentlichung.
Einsatz von KI
Dieser Beitrag wurde mithilfe künstlicher Intelligenz auf Grundlage redaktionell ausgewählter Quellen erstellt, mehrstufig geprüft und vor der Veröffentlichung durch unsere Redaktion freigegeben. KI-generierte Bilder sind entsprechend gekennzeichnet.

Das könnte dich auch interessieren

Diskutiere mit!
Anonym und ganz ohne Anmeldezwang!
Alle Kommentare werden von unserer Redaktion im Vorfeld geprüft.
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

1
Kontakt
2
Unterlagen
3
Datenschutz
WhatsApp vorhanden?
    Datenschutz*

    Kontaktformular

    Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.